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Product-Market Fit: Definition, 40%-Regel & Messmethoden

Product-Market Fit (PMF) beschreibt den Zustand, in dem dein Produkt ein echtes Problem für eine klar definierte Zielgruppe löst. Marc Andreessen, der den Begriff 2007 prägte: Du spürst, wenn PMF fehlt. Kunden verstehen den Wert nicht, Weiterempfehlungen bleiben aus. Und du spürst, wenn PMF da ist: Kunden kaufen schneller, als du liefern kannst.

Die 40%-Regel von Sean Ellis

Sean Ellis entwickelte einen einfachen Test: Wie würdest du dich fühlen, wenn du dieses Produkt nicht mehr nutzen könntest? Die Antwortmöglichkeiten sind sehr enttäuscht, etwas enttäuscht, nicht enttäuscht oder nicht mehr relevant.

Wenn mindestens 40 Prozent mit sehr enttäuscht antworten, hat das Produkt PMF erreicht. Rahul Vohra von Superhuman verfeinerte die Methode: Konzentriere dich auf die sehr Enttäuschten, ignoriere die nicht Enttäuschten.

PMF-Signale erkennen

Positive Zeichen: Organisches Wachstum, hohe Retention, aktive Weiterempfehlungen, Nachfrage übersteigt Kapazität.

Warnsignale: Hohe Abwanderung, niedriges Engagement, Wachstum nur durch Marketing, lange Verkaufszyklen.

Ergänzende Metriken

Net Promoter Score: Prozent Promoter (9-10) minus Detraktoren (0-6). Über 50 gilt als exzellent.

Retention Rate: (Aktive Nutzer am Ende / Aktive Nutzer am Start) x 100. Zeigt langfristige Bindung.

DAU/MAU-Verhältnis: Misst Stickiness. SaaS-Durchschnitt liegt bei 13 Prozent, Consumer-Apps bei 20-50 Prozent.

PMF ist ein Spektrum

Product-Market Fit ist keine binäre Entscheidung. Ein Produkt kann starken Fit in einem Segment haben, während es für breitere Zielgruppen noch nicht funktioniert. Slack hatte zunächst PMF bei technischen Teams, bevor es für andere Abteilungen relevant wurde.

Selbst etablierte Unternehmen können PMF verlieren. Die Lösung: Kontinuierliche Überwachung von Retention-Trends und regelmäßige Nutzerbefragungen.