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Kanban Software und Tools im Vergleich

Die richtige Kanban Software macht den Unterschied zwischen einem Board, das verstaubt, und einem, das dein Team täglich nutzt. Hier findest du einen Vergleich der wichtigsten Kanban Tools — und Kriterien, wie du das passende für dein Team auswählst.

Kanban Tools im Vergleich

Trello — Der einfache Einstieg

Ideal für: Kleine Teams, persönliche Projekte, Kanban-Einsteiger

Trello setzt auf maximale Einfachheit. Das Kanban Board ist in Minuten eingerichtet, die Bedienung intuitiv. Power-Ups erweitern die Funktionen bei Bedarf — aber echte WIP-Limits und aussagekräftige Metriken fehlen in der Basisversion.

StärkenSchwächen
Kostenlose BasisversionKeine echten WIP-Limits nativ
Extrem einfache BedienungBegrenzte Reporting-Funktionen
Viele IntegrationenWenig Kanban-spezifische Features

Jira — Der Enterprise-Standard

Ideal für: Software-Teams, größere Organisationen, Scrum-Kanban-Kombination

Jira bietet vollwertige Kanban Boards mit WIP-Limits, Swimlanes und umfangreichen Metriken (Cumulative Flow Diagram, Control Chart). Die Lernkurve ist steiler, aber die Anpassungsmöglichkeiten sind nahezu unbegrenzt.

StärkenSchwächen
Echte WIP-Limits und MetrikenKomplexe Einrichtung
Tiefe Integrationen (Conflünce, Bitbucket)Höherer Preis
Skalierbar für große TeamsKann überwältigend wirken

Azure DevOps — Die Microsoft-Lösung

Ideal für: Microsoft-Umgebungen, DevOps-Teams, CI/CD-Integration

Azure Boards kombiniert Kanban mit vollständiger DevOps-Pipeline. Besonders stark bei der Integration von Code-Repositories, Build-Prozessen und Deployment. Für reine Kanban-Nutzung manchmal überdimensioniert.

StärkenSchwächen
Nahtlose Microsoft-IntegrationPrimär für Entwicklungsteams
Kostenlos für kleine TeamsSteilere Lernkurve
Vollständige DevOps-PipelineInterface kann unübersichtlich sein

Notion — Der flexible Allrounder

Ideal für: Teams mit vielen Dokumentationsbedürfnissen, Startups

Notion verbindet Kanban Boards mit Wikis, Datenbanken und Dokumenten. Flexibel, aber weniger auf Kanban-Metriken spezialisiert. Gut, wenn das Board Teil eines größeren Workspace sein soll.

Asana — Für komplexe Projekte

Ideal für: Marketing-Teams, Agenturen, Projektmanagement

Asana bietet Boards, Listen und Timeline-Ansichten. Stark bei Aufgabenabhängigkeiten und teamübergreifenden Projekten. Kanban-spezifische Features wie WIP-Limits sind begrenzt.

Kriterien für die Tool-Auswahl

Bevor du ein Kanban Tool wählst, kläre diese Fragen:

1. Teamgröße und Verteilung

  • Lokales Team? Physisches Board kann ausreichen
  • Remote-Team? Digitales Tool ist Pflicht
  • Wachsendes Team? Skalierbare Lösung wählen

2. Kanban-Reifegrad

  • Einsteiger? Starte einfach (Trello, physisches Board)
  • Fortgeschritten? WIP-Limits und Metriken wichtig (Jira, Azure DevOps)

3. Bestehende Tool-Landschaft

  • Microsoft-Umgebung? Azure DevOps prüfen
  • Atlassian-Tools im Einsatz? Jira macht Sinn
  • Conflünce für Docs? Jira-Integration nutzen

4. Budget und Nutzeranzahl

  • Kostenlose Optionen reichen für kleine Teams
  • Enterprise-Features kosten entsprechend

Physisches vs. digitales Kanban Board

AspektPhysisches BoardDigitales Board
SichtbarkeitImmer präsent im RaumMuss aktiv geöffnet werden
Remote-ArbeitNicht möglichSelbstverständlich
HaptikPost-its motivierenSchnelle Updates
MetrikenManülle ErfassungAutomatisch
KostenWhiteboard + Post-itsLizenzkosten

Empfehlung: Starte physisch, wechsle digital, wenn Remote-Arbeit oder Metriken wichtig werden. Mehr dazu findest du in unserer Vertiefung zu physischen Kanban Boards.

Empfehlung nach Teamgröße

  • 1-5 Personen: Trello (kostenlos) oder physisches Board
  • 5-15 Personen: Jira oder Azure DevOps (je nach Ökosystem)
  • 15+ Personen: Jira mit erweiterten Features, Skalierungs-Add-ons

Unabhängig vom Tool: Beginne mit einem einfachen Board (To Do, Doing, Done) und erweitere schrittweise. Die Kanban Methode lebt von evolutionärer Verbesserung — das gilt auch für deine Toolauswahl.