Was ist Design Thinking?
Design Thinking ist ein nutzerzentrierter Innovationsansatz, der von David Kelley — Gründer von IDEO und der Stanford d.school — entwickelt wurde. In Deutschland hat das Hasso-Plattner-Institut (HPI) in Potsdam die Methode bekannt gemacht. Die Methode kombiniert empathisches Verstehen von Nutzerbedürfnissen mit schnellem Prototyping und iterativem Lernen.
Die 5 Phasen des Design Thinking
Das Stanford-d.school-Modell beschreibt fünf Phasen, die iterativ durchlaufen werden:
1. Empathize (Verstehen): Durch Beobachtung und Interviews entwickelst du ein tiefes Verständnis für Nutzerbedürfnisse und Schmerzpunkte.
2. Define (Definieren): Du synthetisierst Erkenntnisse zu einem konkreten Problem Statement. Die beste Lösung für das falsche Problem bleibt wirkungslos.
3. Ideate (Ideenfindung): Generiere möglichst viele Ideen ohne sofortige Bewertung. Quantität geht vor Qualität.
4. Prototype (Prototypen erstellen): Baü schnelle, einfache Versionen deiner Ideen — Papiermodelle, Skizzen oder klickbare Entwürfe.
5. Test (Testen): Hole Feedback von echten Nutzern ein. Die Erkenntnisse führen zurück zu früheren Phasen.
Der Double Diamond
Der Double Diamond visualisiert den Prozess in zwei Diamanten:
Erster Diamant — Das richtige Problem finden:
- Discover: Divergentes Denken — sammle Informationen, beobachte Nutzer
- Define: Konvergentes Denken — fokussiere auf ein klares Problem Statement
Zweiter Diamant — Die richtige Lösung finden:
- Develop: Divergentes Denken — generiere Lösungsideen, experimentiere
- Deliver: Konvergentes Denken — wähle die beste Lösung aus
Der häufigste Fehler: Teams springen direkt zur Lösung, ohne das Problem verstanden zu haben.
Wann macht Design Thinking Sinn?
Design Thinking entfaltet seine Stärke am Anfang von Innovationsvorhaben — wenn du noch nicht genau weißt, welches Problem du lösen sollst.
Typische Einsatzgebiete: neü Produkte entwickeln, bestehende Angebote verbessern, komplexe Herausforderungen strukturiert angehen. Im Zusammenspiel mit agilen Methoden liefert Design Thinking den Problem-Solution-Fit, den Scrum oder Kanban dann iterativ umsetzen.
Bewährte Methoden
Empathy Map: Visualisiert, was Nutzer sagen, denken, fühlen und tun.
How Might We Fragen: Transformiere Erkenntnisse in lösungsorientierte Fragen wie “How might we den Checkout intuitiver gestalten?”
Crazy 8s: 8 Ideen in 8 Minuten skizzieren — Zeitdruck fördert unkonventionelle Ansätze.
Paper Prototyping: Zeichne Interfaces auf Papier und teste mit Nutzern — schnell, billig, ehrliches Feedback.