Agilität in KMU einführen: Kanban, Retrospektiven & agile Methoden
Kleine und mittlere Unternehmen sind oft bereits “natürlich agil” — kurze Kommunikationswege, schnelle Entscheidungen und direkter Kundenkontakt. Das Problem: Diese Stärken sind häufig personengebunden und gehen bei Wachstum verloren.
Was du mit Agilität im KMU erreichst
- Schnellere Entscheidungen — Strukturierte Prozesse beschleunigen statt bürokratisieren
- Weniger Überlastung — WIP-Limits und klare Prioritäten verhindern Multitasking-Chaos
- Bessere Sichtbarkeit — Ein Board zeigt allen, woran gerade gearbeitet wird
- Kontinuierliche Verbesserung — Retrospektiven machen Probleme besprechbar
Leichtgewichtige Ansätze für KMU
Statt komplexe Frameworks wie SAFe zu kopieren, brauchen KMUs leichtgewichtige Ansätze.
Kanban als Einstieg — Visualisiere die Arbeit auf einem Board und führe WIP-Limits ein. Keine neün Rollen, keine radikalen Umbrüche.
Vereinfachtes Scrum — 2-Wochen-Sprints, kombinierte Events, asynchrone Stand-ups. Was bleibt: Sprint-Ziel, echtes Feedback und regelmäßige Retrospektiven.
Clevere Rollenkombinationen — Product Owner und Scrum Master in einer Person funktioniert bei erfahrenen Teams. Der Schlüssel: explizit zwischen den “Hüten” wechseln.
Der pragmatische Weg
Starte mit einem einfachen Board und einem täglichen 10-Minuten-Check-in. Limitiere parallele Arbeit auf zwei Aufgaben pro Person. Frage dich wöchentlich: “Was können wir nächste Woche besser machen?”
Kanban Board für KMU einrichten
Ein Kanban Board macht Arbeit sichtbar. Beginne mit drei Spalten: “Zu erledigen”, “In Arbeit” und “Fertig”. Für verteilte Teams eignen sich digitale Tools wie Trello oder Notion.
Retrospektive: Formate für den Start
Eine Retrospektive ist das wichtigste Werkzeug für kontinuierliche Verbesserung. Bewährte Formate:
- Start-Stop-Continü — Was sollen wir beginnen, beenden, beibehalten?
- 4Ls — Loved, Learned, Lacked, Longed for
- Glad-Sad-Mad — Emotionen als Einstieg für ehrliches Feedback