Agile Skalierung: SAFe, LeSS & Scrum@Scale im Vergleich
Agile Methoden wie Scrum oder Kanban sind für kleine Teams konzipiert. Doch was passiert, wenn nicht 7, sondern 70 oder 700 Menschen an einem Produkt arbeiten? Agile Skalierung überträgt agile Prinzipien auf große Organisationen — ohne die Vorteile von Agilität zu verlieren.
Was du mit agiler Skalierung erreichst
- Koordinierte Lieferung — Mehrere Teams liefern ein integriertes Produkt ohne Reibungsverluste
- Strategisches Alignment — Alle Teams verstehen, wie ihre Arbeit zum Unternehmensziel beiträgt
- Reduzierte Abhängigkeiten — Teams können weitgehend unabhängig arbeiten
- Transparenz über Teams hinweg — Fortschritt und Risiken sind jederzeit sichtbar
Wann Skalierung notwendig wird
Diese Warnsignale zeigen, wann agile Skalierung unvermeidlich wird:
- Integrationschaos — Releases scheitern, weil Teams ihre Arbeit nicht zusammenführen können
- Warteschlangen — Teams blockieren sich gegenseitig durch ungelöste Abhängigkeiten
- Strategische Drift — Teams optimieren lokal, während das Gesamtprodukt leidet
- Kommunikationsüberlastung — Mehr Zeit in Abstimmungsmeetings als in produktiver Arbeit
Bekannte Skalierungsframeworks im Vergleich
| Framework | Teamgrösse | Stärken |
|---|---|---|
| SAFe | 50-500+ | Strukturierte Koordination, PI Planning, Portfolio-Alignment |
| LeSS | 8-80 | Minimaler Overhead, echte Scrum-Skalierung |
| Scrum@Scale | Beliebig | Modularer Aufbau, fraktale Struktur |
| Nexus | 24-72 | Fokus auf Integration, schlanke Governance |
Wann macht agile Skalierung Sinn?
Bevor du SAFe, LeSS oder andere Ansätze einführst, stelle dir diese Fragen:
- Haben wir echte Koordinationsprobleme, die Teams regelmäßig blockieren?
- Arbeiten mehr als 50 Menschen an verwandten Produkten?
- Scheitern wir an strategischem Alignment über Teamgrenzen hinweg?
Wenn einzelne Teams bereits nicht gut funktionieren, wird kein Framework das lösen. Oft ist die bessere Antwort: Komplexität reduzieren — Produkte entflechten, Architekturen entkoppeln, Teams autonomer machen.
Die wichtigste Erkenntnis: Die Frage ist nicht “Welches Framework?”, sondern “Welche Probleme versuchen wir zu lösen?”