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Usability

Usability misst, wie einfach und effizient Nutzer ihre Ziele erreichen. Sie ist das Fundament jeder guten User Experience — und der Unterschied zwischen Produkten, die genutzt werden, und solchen, die frustrieren.

Wissen

Usability: Definition & Messung | ISO 9241 Praxisguide

Ein Produkt kann innovativ sein und ein echtes Problem lösen — und trotzdem scheitern, weil es nicht benutzbar ist. Usability ist die Grundvoraussetzung für jedes erfolgreiche digitale Produkt.

Was ist Usability?

Usability — auf Deutsch Benutzerfreundlichkeit — beschreibt, wie gut ein Nutzer ein Produkt verwenden kann, um seine Ziele zu erreichen. Ein benutzerfreundliches Produkt ist intuitiv, effizient und hinterlässt zufriedene Anwender.

ISO 9241 — Der Standard für Usability

Die Norm ISO 9241-11 definiert Usability als das Ausmass, in dem ein Produkt von bestimmten Nutzern verwendet werden kann, um Ziele effektiv, effizient und zufriedenstellend zu erreichen.

ISO 9241-110 beschreibt sieben Dialogprinzipien: Aufgabenangemessenheit, Selbstbeschreibungsfähigkeit, Erwartungskonformität, Lernförderlichkeit, Steürbarkeit, Fehlertoleranz und Individualisierbarkeit.

Die fünf Komponenten nach Nielsen

  • Erlernbarkeit: Wie schnell verstehen neü Nutzer das System?
  • Effizienz: Wie schnell erledigen erfahrene Nutzer Aufgaben?
  • Einprägsamkeit: Finden sich Nutzer nach einer Pause wieder zurecht?
  • Fehlertoleranz: Wie leicht erholen sich Nutzer von Fehlern?
  • Zufriedenheit: Wie angenehm ist die Nutzung?

Usability vs. User Experience

Usability ist ein Teil von UX (User Experience) — aber nicht das Ganze. UX umfasst auch Emotionen, Ästhetik und den gesamten Nutzungskontext.

  • Usability fragt: “Kann ich es benutzen?”
  • UX fragt: “Wie fühlt sich die gesamte Erfahrung an?”

Usability messen

Quantitative Metriken: Task Success Rate, Time on Task, Error Rate, System Usability Scale (SUS), Net Promoter Score.

Qualitative Methoden: Usability Testing, User Research, Heuristische Evaluation.

Usability verbessern

  1. Analysieren: Bestehende Probleme identifizieren
  2. Priorisieren: Nach Schweregrad und Häufigkeit ordnen
  3. Lösen: Verbesserungen designen und umsetzen
  4. Validieren: Mit echten Nutzern testen
  5. Iterieren: Kontinuierlich messen und optimieren
Vertiefung

Usability in der Praxis

System Usability Scale (SUS)

Die System Usability Scale ist der am häufigsten verwendete Fragebogen zur Messung von Usability. Entwickelt 1986 von John Brooke, ist SUS heute der De-facto-Standard.

Die 10 SUS-Fragen bewerten Nutzer auf einer Skala von 1-5:

  1. Ich würde dieses System gerne häufig benutzen.
  2. Ich fand das System unnotig komplex.
  3. Ich fand das System einfach zu benutzen.
  4. Ich bräuchte technische Hilfe für das System.
  5. Die Funktionen waren gut integriert.
  6. Es gab zu viele Inkonsistenzen.
  7. Die meisten lernen das System schnell.
  8. Das System war umständlich zu benutzen.
  9. Ich fühlte mich bei der Benutzung sicher.
  10. Ich musste viel lernen vor der Nutzung.

Interpretation des Scores:

  • Über 80: Exzellent — Top 10%
  • 68-80: Gut — überdurchschnittlich
  • 50-68: Akzeptabel — Verbesserungspotenzial
  • Unter 50: Schlecht — Überarbeitung nötig

Nielsens 10 Usability-Heuristiken

Jakob Nielsens 10 Heuristiken sind der Goldstandard für heuristische Evaluationen:

1. Sichtbarkeit des Systemstatus — Nutzer über den aktüllen Status informieren.

2. Übereinstimmung mit der realen Welt — Sprache der Nutzer, nicht der Entwickler.

3. Nutzerkontrolle und Freiheit — Rückgängigmachen und Abbrechen ermöglichen.

4. Konsistenz und Standards — Gleiches Verhalten für gleiche Aktionen.

5. Fehlervermeidung — Probleme von vornherein verhindern.

6. Wiedererkennung statt Erinnerung — Optionen sichtbar machen.

7. Flexibilität und Effizienz — Shortcuts für erfahrene Nutzer.

8. Ästhetik und Minimalismus — Nur relevante Informationen.

9. Fehlerbehandlung — Klare Meldungen mit Lösungsvorschlägen.

10. Hilfe und Dokumentation — Leicht auffindbar und aufgabenorientiert.

Mehr zu systematischem Testen unter Usability Testing.

So verbesserst du die Usability

Heuristische Evaluation starten — Lass dein Produkt von Experten anhand etablierter Heuristiken prüfen.

Mit echten Nutzern testen — Fünf Nutzer decken 85% der Probleme auf. Usability Testing liefert konkrete Insights.

Systematisch optimieren — Priorisiere nach Schweregrad und Häufigkeit.

Wir begleiten dich von der Analyse bis zur nachhaltigen Verbesserung.

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