agilemind.consulting
Themenseite

Prototyping

Prototyping macht Ideen greifbar, bevor sie teuer werden. Lerne, wann Low-Fi oder High-Fi passt, welche Tools helfen und wie du mit Prototypen schneller validierst und lernst.

Wissen

Was ist Prototyping?

Prototyping ist die Kunst, Ideen sichtbar und testbar zu machen, bevor du in die volle Entwicklung investierst. Ein Prototyp kann eine Skizze auf Papier sein, ein klickbares Wireframe oder eine funktionsfähige Software-Version. Gemeinsam haben alle: Sie helfen dir, schneller zu lernen und teure Fehlentscheidungen zu vermeiden.

Wireframe, Mockup, Prototype

Wireframe: Die strukturelle Blaupause einer Oberfläche. Zeigt Layout und Informationsarchitektur – ohne visülles Design, ohne Interaktivität.

Mockup: Die visülle Ausarbeitung eines Wireframes mit Farben, Typografie und finalem Design – aber ohne Interaktivität.

Prototype: Fügt Interaktivität hinzu. Du kannst klicken, tippen, navigieren. Prototypen simulieren das echte Nutzungserlebnis und ermöglichen Usability-Tests.

AspektWireframeMockupPrototype
FokusStrukturDesignInteraktion
InteraktivNeinNeinJa
EinsatzKonzeptphaseDesign-AbstimmungNutzertests

Warum Prototypen unverzichtbar sind

Ideen in Köpfen sind gefährlich. Jeder stellt sich etwas anderes vor. Ein Prototyp zwingt alle, konkret zu werden. Er macht Annahmen sichtbar und diskutierbar.

Mit einem Prototyp testest du, bevor du baust. Eine Änderung am Prototyp kostet Minuten. Eine Änderung am fertigen Produkt kann Wochen bedeuten.

Fidelity: Von Skizze bis Code

Low-Fidelity: Papier-Skizzen, handgezeichnete Wireframes. In Minuten erstellt, ideal für frühe Konzeptphasen.

Mid-Fidelity: Digitale Wireframes mit begrenzter Interaktivität. Fokussiert Feedback auf Struktur und Navigation.

High-Fidelity: Fast wie das finale Produkt. Ausgereiftes Design, Animationen, komplexe Interaktionen.

Die richtige Fidelity wählen

  • Konzeptfragen klären: Low-Fidelity (Papier-Skizzen)
  • Navigation testen: Mid-Fidelity (klickbare Wireframes)
  • Interaktion validieren: Mid- bis High-Fidelity
  • Stakeholder überzeugen: High-Fidelity

Starte immer so low wie möglich. Je grober der Prototyp, desto ehrlicher das Feedback.

Mit Prototypen testen

Ein Prototyp ohne Test ist verschenkte Arbeit. Definiere vorher, was du lernen willst. Beobachte Nutzer, ohne zu helfen. Dieser Zyklus – Baün, Testen, Lernen, Anpassen – ist der eigentliche Wert.

Im Design Thinking ist Prototyping eine Kernphase. In der Product Discovery helfen Prototypen, Risiken früh zu eliminieren.

Vertiefung

Prototyping in der Praxis

Methoden und Tools

Paper Prototyping

Zeichne Bildschirme auf Papier. Schneide interaktive Elemente separat aus. Im Test zeigst du einen Screen, der Nutzer zeigt wo er klicken würde, und du tauschst das passende Element aus. Diese “Wizard of Oz”-Technik simuliert das System überzeugend.

Klickbare Prototypen

In Figma oder Sketch verbindest du Screens über Hotspots. Halte das Design bewusst reduziert – Platzhalter-Texte und Grautöne. So testest du Navigation, ohne dass visülles Design ablenkt.

Tools nach Bedarf

  • Figma: Industrie-Standard für kollaboratives Design und Prototyping
  • Whimsical/Balsamiq: Schnelle Wireframes
  • Webflow/Bubble: Funktionale Prototypen ohne Code

Wann welches Tool?

  • Low-Fidelity: Stift und Papier, Whimsical
  • Mid-Fidelity: Figma Wireframes
  • High-Fidelity: Figma mit Design, Framer

Testen und Iterieren

Testziele definieren

Vor jedem Test: Was willst du lernen? Geht es um Verständlichkeit, Navigation oder Microinteractions? Die Antwort bestimmt die passende Fidelity.

Beobachten, nicht erklären

Im Test beobachtest du, wie Nutzer interagieren. Du hilfst nicht, du erklärst nicht. Wenn jemand steckenbleibt, ist das eine Erkenntnis. Frage: “Was hast du erwartet?”

Schnell iterieren

Nach dem Test änderst du den Prototyp basierend auf Erkenntnissen. Dann testest du erneut. Je schneller du iterierst, desto mehr lernst du pro Zeiteinheit.

Findings kommunizieren

Dokumentiere, was funktioniert und was nicht. Ein Prototyp, der zeigt, dass eine Idee nicht funktioniert, ist genauso wertvoll wie einer, der Bestätigung bringt.

Du fragst dich, welche Prototyping-Methode zu deiner Situation passt?

Nächste Schritte

Nimm eine konkrete Frage. Skizziere die Lösung auf Papier in zehn Minuten. Zeige es jemandem. Das ist bereits Prototyping.

Starte einfach – Papier und Stift reichen für erste Erkenntnisse.

Wenn du Unterstützung brauchst, um Prototyping in deinem Team zu etablieren, lass uns sprechen.

Produktentwicklung

Prototyping-Prozess aufbaün oder verbessern

Ob Paper Prototyping, Figma-Klickdummy oder funktionaler Prototyp: Wir klären gemeinsam, welche Methode zu deinem Projekt passt.