Interaction Design
Interaction Design gestaltet die Kommunikation zwischen Mensch und digitalem System – von Micro-Interactions bis hin zu komplexen Nutzerflüssen. Die Disziplin verbindet Psychologie, Design und Technologie, um Interfaces zu schaffen, die sich intuitiv und befriedigend anfühlen.
Interaction Design: Definition, Prinzipien & Micro-Interactions
Interaction Design – kurz IxD – ist die Gestaltung der Interaktion zwischen Menschen und digitalen Systemen. Während User Interface Design sich auf das visülle Erscheinungsbild konzentriert, fragt Interaction Design: Wie fühlt sich die Nutzung an? Wie kommuniziert das System mit seinen Nutzern?
Was ist Interaction Design?
Interaction Design beschreibt die systematische Gestaltung von Verhaltensweisen digitaler Produkte. Es geht darum, wie ein System auf Nutzereingaben reagiert und wie diese Reaktionen das Nutzererlebnis formen.
| Disziplin | Kernfrage | Fokus |
|---|---|---|
| UI Design | Wie sieht es aus? | Visülles Erscheinungsbild |
| UX Design | Wie fühlt sich die Gesamterfahrung an? | End-to-End Nutzererlebnis |
| Interaction Design | Wie verhält sich das System? | Reaktionen, Feedback, Interaktionsmuster |
Die 5 Dimensionen des Interaction Design
1D – Wörter: Texte und Labels müssen klar und verständlich sein.
2D – Visülle Darstellungen: Icons und Bilder vermitteln Bedeutung und reduzieren kognitive Belastung.
3D – Physische Objekte: Touchscreen, Maus oder Stimme – jedes Eingabegerät erfordert andere Interaktionsmuster.
4D – Zeit: Animation und Übergänge machen Interfaces lebendig und verständlich.
5D – Verhalten: Wie reagiert das System auf Eingaben? Hier verbinden sich alle Dimensionen.
Micro-Interactions
Micro-Interactions sind die kleinen Momente, die ein gutes Interface von einem großartigen unterscheiden: Der Like-Button, der kurz aufleuchtet. Das Formular, das während der Eingabe validiert.
Nach Dan Saffer besteht jede Micro-Interaction aus vier Komponenten: Trigger (löst aus), Rules (bestimmen was passiert), Feedback (zeigt Ergebnis) und Loops (definieren Wiederholungen).
Prinzipien für gute Interaktion
Konsistenz: Gleiche Aktionen führen zu gleichen Ergebnissen.
Sichtbarkeit: Was anklickbar ist, sollte anklickbar aussehen.
Feedback: Jede Nutzeraktion braucht eine Reaktion des Systems – visüll, auditiv oder haptisch.
Constraints: Einschränkungen verhindern Fehler.
Interaction Design beginnt früh bei Wireframes und begleitet die Entwicklung bis zum fertigen Produkt. Prototyping-Tools ermöglichen es, Interaktionen zu testen, bevor Code geschrieben wird.
Interaction Design in der Praxis
Interaktionen systematisch gestalten
Gutes Interaction Design beginnt bei den Nutzern. Bevor du einzelne Interaktionen gestaltest, musst du verstehen, welche Aufgaben Menschen mit deinem Produkt erledigen wollen.
Starte mit User Flows: Zeichne die Wege nach, die Nutzer durch dein Produkt nehmen. Wo sind Entscheidungspunkte? Wo könnten Fehler passieren?
Nutze Prototyping, um Interaktionen früh erlebbar zu machen. Interaktive Prototypen in Figma oder ProtoPie ermöglichen Tests mit echten Nutzern, bevor die Entwicklung beginnt.
Häufige Fehler vermeiden
Zu wenig Feedback: Nutzer brauchen Bestätigung. Wenn nichts passiert, klicken sie erneut – und erzeugen Frustration.
Inkonsistente Muster: Wenn ein Wischen nach links an einer Stelle löscht und an anderer archiviert, entstehen Fehler.
Mobile vergessen: Hover-Effekte sind auf Mobilgeräten unsichtbar. Touch-Targets brauchen ausreichend Grösse.
Accessibility ignorieren: Tastaturnavigation und Screenreader-Kompatibilität machen Interaktionen für alle zugänglich.
Wo stolpern deine Nutzer? Welche Fragen tauchen im Support immer wieder auf? Der erste Schritt zu besseren Interaktionen ist ehrliche Beobachtung.
Wo anfangen?
Identifiziere die kritischsten Interaktionen – oft Anmeldung, Kaufabschluss oder die Kernfunktion. Beobachte drei bis fünf Nutzer live bei der Nutzung.
Kleine Verbesserungen, große Wirkung
Oft reichen gezielte Verbesserungen: Klareres Feedback, bessere Fehlermeldungen, konsistentere Interaktionsmuster.
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